Vor dem ersten Termin stellen sich viele Menschen dieselbe Frage: Ist eine Kernspintomographie gefährlich? Die kurze Antwort lautet nein. Die Magnetresonanztomographie arbeitet mit einem starken Magnetfeld und Radiowellen, nicht mit Röntgenstrahlung, und gilt deshalb als eines der schonendsten bildgebenden Verfahren. Relevante Risiken gibt es trotzdem, sie betreffen vor allem Metall im oder am Körper, bestimmte Implantate und in seltenen Fällen das Kontrastmittel. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, was tatsächlich belastet, wann eine Untersuchung nicht möglich ist und wie Sie sich vorbereiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei der Kernspintomographie entsteht keine ionisierende Strahlung, anders als bei Röntgen oder CT.
- Die wichtigsten Risiken gehen von Implantaten, Metallteilen und Metallsplittern aus, nicht vom Magnetfeld selbst.
- Kontrastmittel wird nur eingesetzt, wenn es die Diagnose wirklich verbessert. Nebenwirkungen sind selten.
- Als belastend empfinden viele Patientinnen und Patienten eher Lärm, Enge und das Stillliegen.
- Ihr Aufklärungsbogen entscheidet über die Sicherheit: Geben Sie Implantate und Vorerkrankungen vollständig an.
- Im ersten Trimenon einer Schwangerschaft führen wir keine MRT-Untersuchungen durch. Bei Schwangerschaft in einem späteren Stadium erfolgt die Untersuchung nur nach Prüfung der unbedingten Notwendigkeit. Bitte informieren Sie uns unbedingt vor der Untersuchung, ob eine Schwangerschaft bestehen kann.
- Sie finden uns in der Potsdamer Innenstadt, gut erreichbar aus Potsdam und dem Südwesten Berlins.
Wie funktioniert eine Kernspintomographie und warum entsteht dabei keine Strahlenbelastung?
Im Inneren des Geräts erzeugt ein supraleitender Magnet ein dauerhaftes, sehr starkes Magnetfeld. Die Wasserstoffkerne in Ihrem Körper richten sich darin aus. Kurze Radiowellenimpulse lenken sie aus dieser Ordnung, beim Zurückschwingen senden sie Signale, aus denen der Computer Schnittbilder berechnet. Weichteile, Bandscheiben, Gehirn, Muskeln und Organe lassen sich so mit hohem Kontrast darstellen.
Der entscheidende Unterschied zu Röntgen und Computertomographie: Dort durchdringt ionisierende Strahlung das Gewebe und kann in hoher Dosis Zellen schädigen. Bei der MRT passiert das nicht. Radiowellen im verwendeten Frequenzbereich gelten als energiearm, ein Strahlenschutz im klassischen Sinn ist nicht nötig. Welches Verfahren im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand der Fragestellung. Für Kreuzschmerzen etwa gibt es dazu ein verständliches Patientenblatt zu Röntgen, CT und MRT.
Welche Risiken und Nebenwirkungen hat eine MRT-Untersuchung tatsächlich?
Das Magnetfeld ist immer aktiv, auch wenn keine Untersuchung läuft. Ferromagnetische Gegenstände können angezogen werden, deshalb bleiben Schlüssel, Uhren, Haarnadeln und Hörgeräte außerhalb des Raums. Bei manchen elektronischen Implantaten kann es zu Funktionsstörungen oder zur Erwärmung von Elektroden kommen. Wie stark das ausfällt, hängt unter anderem von der Feldstärke und der Elektrodenlänge ab, wie das Deutsche Ärzteblatt beschreibt.
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind ein Wärmegefühl auf der Haut, gelegentlich Schwindel oder ein metallischer Geschmack beim schnellen Ein- und Ausfahren, und in seltenen Fällen eine Reaktion auf Kontrastmittel. Solche Phänomene sind physikalisch erklärbar und gesundheitlich unbedenklich. Hinzu kommen die subjektiven Belastungen: der laute Klopfton der Gradientenspulen und das Gefühl der Enge.
Sicherheitscheck: Was ist unbedenklich, was klärungsbedürftig?
Vieles, worüber sich Patientinnen und Patienten Sorgen machen, ist unproblematisch. Andere Punkte müssen vor dem Termin geklärt werden, damit Ihre Untersuchung sicher abläuft.
Beides gegenübergestellt
Unbedenklich in aller Regel
Zahnfüllungen, Kronen und Brücken, die meisten modernen Gelenkprothesen, Stents und Clips nach Herstellerfreigabe.
Vorher zu klären
Herzschrittmacher und implantierte Defibrillatoren, Neurostimulatoren und andere bioelektronische Implantate, bestimmte Hydrocephalus-Ventile, Metallsplitter im Gewebe oder im Auge.
Individuell zu bewerten
Nierenfunktion (Serumkreatininwert), wenn Kontrastmittel geplant ist, großflächige oder sehr alte Tattoos mit metallhaltigen Farbpigmenten sowie eine Schwangerschaft ab dem zweiten Drittel, nur nach Prüfung der unbedingten Notwendigkeit.
Immer hilfreich
Ihr Implantatpass. Er nennt Modell und MR-Tauglichkeit und beendet die meisten Diskussionen in Sekunden.
Wann darf eine Kernspintomographie nicht gemacht werden?
Absolute Grenzen gibt es dort, wo ein Implantat durch das Magnetfeld beschädigt werden oder Schaden anrichten könnte. Patientinnen und Patienten mit Herzschrittmacher untersuchen wir nicht, wir verweisen Sie an spezialisierte Zentren mit entsprechender kardiologischer Überwachung. Ebenso sorgfältig prüfen wir bioelektronische Implantate, bestimmte Hydrocephalus-Ventile und Metallsplitter, etwa nach Verletzungen bei Arbeiten an Metall.
Relative Gründe wiegen weniger schwer, verlangen aber eine Abwägung: ausgeprägte Klaustrophobie, sehr starke Schmerzen beim Liegen oder eine deutlich eingeschränkte Nierenfunktion, wenn Kontrastmittel nötig wäre. Im ersten Schwangerschaftsdrittel führen wir keine MRT-Untersuchungen durch. Fest im Gewebe eingewachsene Metallteile sind dagegen häufig unproblematisch. Rufen Sie uns im Zweifel vor dem Termin an oder kontaktieren Sie uns per E-Mail, wir klären das gemeinsam. Antworten auf viele weitere Fragen finden Sie auch in unseren Informationen und FAQ.
Wie gefährlich ist MRT-Kontrastmittel und wann wird es überhaupt eingesetzt?
In der MRT kommen gadoliniumhaltige Kontrastmittel zum Einsatz, meist über eine Vene in der Armbeuge. Sie verbessern die Abgrenzung von Entzündungen, Gefäßen und Tumoren. Verzichtbar ist Kontrastmittel immer dann, wenn die Fragestellung ohne beantwortet werden kann, und genau so gehen wir vor.
Nebenwirkungen sind selten. Häufiger sind harmlose Reaktionen wie ein kurzes Kältegefühl, Wärme oder leichte Übelkeit. Schwere allergieartige Reaktionen treten sehr selten auf. Vor der Gabe fragen wir nach Allergien, Vorerkrankungen und der Nierenfunktion, bei Bedarf werden Laborwerte herangezogen. Bei Kindern gilt eine besonders strenge Indikationsstellung, das Magnetfeld selbst wird in Leitlinien und Sicherheitsdokumenten als physiologisch unbedenklich eingestuft. Einen guten Überblick zu Nutzen und Grenzen gibt der Krebsinformationsdienst. Ausführlich erklärt unser Ratgeber MRT-Kontrastmittel: Nebenwirkungen und Risiken.
Was belastet Sie wirklich: Enge, Lärm und Liegezeit?
Je nach Region dauert eine Untersuchung meist zwischen 10 und 30 Minuten, manche Fragestellungen brauchen länger. In dieser Zeit sollten Sie möglichst ruhig liegen, weil Bewegung die Bilder unscharf macht. Das Klopfen der Spulen ist laut, deshalb erhalten Sie Gehörschutz oder Kopfhörer. Eine Notfallklingel liegt jederzeit in Ihrer Hand, und wir hören und sehen Sie durchgehend. Richtwerte je Körperregion finden Sie im Ratgeber Wie lange dauert ein MRT?.
Gegen das Engegefühl hilft schon die Bauweise unseres Geräts: Die Öffnung misst 70 Zentimeter, deutlich mehr als bei älteren Systemen. Über die Ambient Experience lassen sich Lichtstimmung, Video und Klänge auswählen, was vielen Menschen mit Platzangst spürbar hilft. Die KI-gestützte Bildgebung mit SmartSpeed und Precise Imaging verkürzt zusätzlich die Messzeiten, Sie liegen also kürzer.
Ihr Weg zur sicheren MRT in fünf Schritten
Von der Anmeldung bis zum fertigen Befund ist der Ablauf bei uns klar strukturiert.
So läuft Ihr Termin ab
- Sie vereinbaren telefonisch oder über die Online-Terminbuchung einen Termin, für ausgewählte Untersuchungen auch kurzfristig.
- Sie füllen den Aufklärungsbogen aus und bringen Implantatpass sowie Vorbefunde mit.
- Vor der Untersuchung legen Sie alle metallischen Gegenstände ab, wir gehen den Sicherheitscheck gemeinsam durch.
- Die eigentliche Messung läuft mit Gehörschutz, Klingel in der Hand und wählbarer Licht- und Klangkulisse.
- Bilder und Befund stehen Ihnen und Ihrer überweisenden Praxis noch am selben Tag online zur Verfügung.
Wie können Sie sich optimal auf Ihre Untersuchung vorbereiten?
Bringen Sie Implantatpass, Vorbefunde und Fremdaufnahmen mit, ältere Bilder lassen sich auch vorab in unser Portal hochladen. Schmuck, Piercings, Uhren, Hörgeräte und herausnehmbaren Zahnersatz legen Sie vor Ort ab. Praktisch ist bequeme Kleidung ohne Metallknöpfe, Reißverschlüsse oder Nieten. Nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein, sofern nichts anderes besprochen wurde. Für Untersuchungen des Bauchraums bitten wir Sie in manchen Fällen, einige Stunden nüchtern zu bleiben, das teilen wir Ihnen bei der Terminvergabe mit. Und wenn Sie unsicher sind, ob ein Implantat oder eine Vorerkrankung relevant ist: sprechen Sie es an, lieber einmal zu viel.
Welche MRT-Untersuchungen sind in unserer Praxis möglich?
Wir untersuchen Kopf einschließlich Mittelgesicht und Nasennebenhöhlen, Hals, die gesamte Wirbelsäule mit HWS, BWS und LWS sowie Gelenke und Extremitäten von der Schulter über Ellenbogen, Handgelenk und Hand bis zu Hüfte, Knie, Sprunggelenk und Fuß. Hinzu kommen Abdomen und Becken sowie die MR-Angiographie, eine Gefäßdarstellung ohne Katheter. Einen vollständigen Überblick finden Sie auf unserer Seite zu den MRT-Untersuchungen.
Zwei Angebote sind ausdrücklich keine Kassenleistung, sondern Selbstzahler- beziehungsweise IGeL-Leistungen: die multiparametrische Prostata-MRT nach PI-RADS V2.1 und die Demenz-Vorsorge mit KI-gestützter Hirnvolumen-Messung über mdbrain. Auch MS-Läsionen werten wir KI-unterstützt aus. Wir arbeiten rein diagnostisch, die Weiterbehandlung übernimmt Ihre Haus- oder Facharztpraxis.
Experten-Tipp von Dr. Tobias Schröter

Dr. Tobias Schröter
Facharzt für Diagnostische Radiologie, Q2-Spezialzertifizierung mpMR-Prostatographie der AG Uroradiologie der Deutschen Röntgengesellschaft e.V.
„Der Aufklärungsbogen ist kein Formular, sondern Ihr Sicherheitsnetz“
„Wenn Patientinnen und Patienten unsicher sind, kreuzen sie im Zweifel lieber nichts an. Schreiben Sie lieber auf, was Sie nicht genau wissen: eine Operation vor zwanzig Jahren, ein Splitter aus der Werkstatt, ein Implantat ohne Pass. Wir klären das in wenigen Minuten. Zweiter Punkt: Bringen Sie Voraufnahmen mit oder laden Sie sie vorab auf unserer Homepage hoch. Ein Vergleich über die Zeit sagt oft mehr aus als das beste Einzelbild.“
Ihr Termin in Potsdam: sprechen Sie uns an
Sie haben Fragen zu einem Implantat, zum Kontrastmittel oder zur Platzangst? Klären Sie das vor dem Termin mit uns, telefonisch unter 0331 2800773, per E-Mail oder direkt bei der Anmeldung. Für ausgewählte Untersuchungen buchen Sie Ihren Termin online über Doctolib, kurzfristige Termine sind häufig möglich. Sie erreichen uns in der Potsdamer Innenstadt, aus Potsdam und dem Südwesten Berlins.
Termin online buchenAnrufen: 0331 2800773Fremdaufnahmen hochladen
Häufige Fragen zur Sicherheit der Kernspintomographie
Warum MRT bei Brustkrebs?
Die MRT stellt Weichteilgewebe sehr kontrastreich dar und kann Befunde zeigen, die in anderen Verfahren unklar bleiben. Sie wird deshalb bei besonderen Fragestellungen und bei erhöhtem Risiko eingesetzt. Die Indikation stellt Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr Arzt. Brustuntersuchungen gehören nicht zu unserem Leistungsspektrum.
Wie belastend ist ein MRT für den Körper?
Körperlich belastet die Untersuchung kaum, weil keine ionisierende Strahlung entsteht. Als anstrengend empfinden viele eher das Stillliegen, den Lärm und die Enge über 10 bis 30 Minuten. Gehörschutz, Notfallklingel und eine weite Geräteöffnung nehmen einen Großteil davon.
Welches MRT bei Bauchspeicheldrüse?
Die Bauchspeicheldrüse wird im Rahmen einer MRT von Abdomen und Becken untersucht, häufig ergänzt um eine Darstellung der Gallen- und Pankreasgänge. Ob Kontrastmittel nötig ist und ob Sie nüchtern kommen sollten, klären wir bei der Terminvergabe.
Ist Kontrastmittel schädlich für Kinder?
Bei Kindern gilt eine besonders strenge Indikationsstellung: Kontrastmittel wird nur gegeben, wenn es die Diagnose wirklich verbessert. Das Magnetfeld selbst wird in Leitlinien als physiologisch unbedenklich eingestuft. Über Nutzen und mögliche Nebenwirkungen klären wir vorab ausführlich auf.
Ist eine MRT der Brust besser als eine Mammographie?
Besser oder schlechter lässt sich so nicht sagen, die Verfahren beantworten unterschiedliche Fragen. Die Mammographie ist das etablierte Verfahren in der Früherkennung, die MRT ergänzt sie bei speziellen Fragestellungen. Beide Untersuchungen bieten wir nicht an, wir sind eine reine MRT-Praxis ohne Mammographie.
Wann darf ein MRT nicht gemacht werden?
Nicht durchgeführt wird die Untersuchung bei nicht MR-tauglichen Implantaten, insbesondere bei Herzschrittmachern und Defibrillatoren, bei bestimmten bioelektronischen Implantaten und Hydrocephalus-Ventilen sowie bei Metallsplittern an kritischer Stelle. Im ersten Schwangerschaftsdrittel führen wir keine MRT-Untersuchungen durch. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion mit geplantem Kontrastmittel wird individuell abgewogen.
Quellen
- S1-Leitlinie Ganzkörper-MRT bei Kindern und Jugendlichen (AWMF)
- Magnetresonanztomographie (MRT) in der Krebsmedizin, Krebsinformationsdienst
- Qualitätsbeurteilungs-Richtlinie Kernspintomographie, Gemeinsamer Bundesausschuss
- Patientenblatt: Brauche ich ein Röntgen, CT oder MRT?
- Deutsches Ärzteblatt: Aspekte zur Elektrodenerwärmung im MRT